Kurz gesagt: Im Duell Anki gegen Quizlet ist Anki, die Open-Source-Karteikarten-App auf apps.ankiweb.net, stärker für viel Stoff über Monate. Quizlet, die Lernplattform auf quizlet.com, ist stärker für den schnellen Start, fertige Lernsets, die Klasse und abwechslungsreiches Üben. Welche App für dich gewinnt, hängt davon ab, was du brauchst: langes Behalten mit selbst gemachten oder gezielt ausgewählten Karten oder Üben ohne lange Vorarbeit.
Der Unterschied zwischen Anki und Quizlet steckt im Aufbau. Anki dreht sich um deine eigene Sammlung, die über Jahre mitwächst. Quizlet dreht sich um eine geteilte Bibliothek: Du holst dir Sets und übst sie auf viele Arten.
| Anki | Quizlet | Vorteil | |
|---|---|---|---|
| Wie plant die App deine Wiederholungen? | Zwei Planer, der neuere lernt nach dem Einschalten aus deinem Verlauf, auch am Handy | Deine Bewertung legt den nächsten Termin fest, aber nur im Web | Anki |
| Wie fängst du an? | Du wählst einen Kartentyp und legst Karten an oder lädst einen Stapel | Set suchen und loslegen oder selbst eines anlegen | Quizlet |
| Gibt es fertige Karten? | Ja, kostenlose Stapel von Dritten, aber ungeprüft | Ja, über 500 Millionen Sets nach eigener Zählung, von Lernenden und Lehrkräften | Quizlet |
| Was kann eine Karte sein? | Normal, umgekehrt, als Lückentext oder verdecktes Bild, auch mit Formelsatz | Begriff und Definition oder Frage und Antwort, eigene Bilder und beschriftete Diagramme im Abo Plus | Anki |
| Macht die App Karten aus deinen Dateien? | Nein, dafür brauchst du KI-Add-ons von Dritten | Ja, die KI-Beta Smart Assist entwirft laut Quizlet Karten aus deiner Datei | Quizlet |
| Wie übst du? | Eine Abfrage nach Fälligkeit, Tests und Spiele nur per Add-on | Mit Lernpfad, automatisch bewertetem Test und Spielen | Quizlet |
| Was ist kostenlos? | Desktop, AnkiDroid und AnkiWeb, ohne Werbung und ohne Tarife | Karteikarten, Wiederholungsplan im Web und Smart Assist, mit Werbung und begrenzten Lernrunden | Anki |
| Was kosten die Bezahlversionen? | Einmalig 29,99 Euro, nur für die iPhone- und iPad-App | Abos bis 44,99 Euro | Kein klarer Sieger |
| Was läuft in den Handy-Apps? | Die Planung auf iPhone und Android, die iPhone- und iPad-App auch offline | Karteikarten und das Spiel Match offline, noch keine Planung | Anki |
| Taugt es für eine Klasse? | Nein, keine Klassen und keine Aufgaben | Ja, mit Klassen, Aufgaben und Lernfortschritt für Lehrkräfte | Quizlet |
| Wem nützt es am meisten? | Allen mit viel Stoff über Monate und eigenen oder ausgewählten Karten | Allen, die schnell starten, fertige Sets nutzen oder in der Klasse lernen | Kommt auf deinen Bedarf an |
Preise und Funktionen geprüft am 5. November 2026. Preise unterscheiden sich je nach Land und Store.
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Anki lohnt sich, wenn der Stoff lange sitzen muss
- Viel Stoff über Monate: Anki arbeitet mit Spaced Repetition: Jede Karte kommt in wachsenden Abständen wieder. Dafür bringt es zwei Planer mit. Der neuere heißt FSRS (Free Spaced Repetition Scheduler) und stimmt sich laut Anki auf deinen Lernverlauf ab. Er läuft im Desktop-Programm, auf der Website AnkiWeb, in AnkiMobile für iPhone und iPad und in AnkiDroid für Android.
- Karten nach deinem Stoff: Anki-Karten fragen dich normal, umgekehrt oder mit getippter Antwort ab. Fest eingebaut sind außerdem Cloze, also Lückentext, und Image Occlusion: Du verdeckst Stellen auf einem Bild und nennst sie aus dem Kopf.
- Selbst einrichten und synchronisieren: FSRS läuft erst, wenn du es in den Stapeloptionen, den Einstellungen eines Kartenstapels, selbst einschaltest. Bis dahin läuft der ältere Planer. Das Desktop-Programm synchronisiert beim Öffnen und Schließen, die Handy-Apps erst, wenn du es anstößt.
- Extras auf eigenes Risiko: Add-ons, also Erweiterungen von Dritten, laufen im Desktop-Programm. Anki prüft sie nicht, dabei haben sie vollen Zugriff auf deinen Computer. Updates können sie lahmlegen.
Mit Quizlet bist du schneller drin und übst abwechslungsreicher
- Sofort loslegen: Ein Lernset ist bei Quizlet eine Liste aus Begriffen und Definitionen oder aus Fragen und Antworten. Du legst selbst eines an oder suchst unter den mehr als 500 Millionen Sets, die Quizlet nach eigener Zählung hat.
- Viele Arten zu üben: Der Lernmodus führt dich auf einem Lernpfad durch Multiple-Choice-, Richtig-oder-falsch- und Schreibfragen. Der Testmodus bewertet automatisch, Anzahl und Art der Fragen wählst du selbst. Dazu kommen das Zuordnungsspiel Match und weitere Spiele. Anki kennt im Kern nur einen Modus: die Abfrage fälliger Karten, ergänzt um gefilterte Stapel zum Pauken.
- Arbeit mit der Klasse: Lehrkräfte bekommen Klassen und Aufgaben, dazu eine Fortschrittsübersicht. Anki hat weder Klassen noch Aufgaben, auch keine Sammelkonten. Seine eigene FAQ schickt Schulen, die Datenschutzverträge brauchen, zu Alternativen wie Quizlet.
- Grenzen im Gratis-Konto: Das kostenlose Konto zeigt Werbung. Pro Set deckelt es die Lernrunden und erlaubt einen Übungstest.
- Apps und Website: Spaced Repetition gibt es nur auf der Website. Offline übst du in den Apps nur Karteikarten und Match, online synchronisieren sie wieder.
Nur deine eigenen Quizlet-Sets lassen sich exportieren, und zwar als Text
Anki oder Quizlet muss kein Entweder-oder sein, aber eine direkte Verbindung haben die beiden Apps nicht.
Sets, die du selbst erstellt hast, exportierst du auf der Quizlet-Website als Text ohne Bilder, ein Anki-Format gibt es nicht. Gefundene oder kopierte Sets lassen sich gar nicht exportieren.
Anki importiert diesen Text ebenso wie eigene Anki-Stapel und exportiert beides auch wieder. Auf AnkiWeb liegen auch Add-ons von Dritten, die aus Quizlet importieren. Es gelten die Risiken aller Add-ons. Für den Rückweg nimmt Quizlet eingefügten Text auf der Website an.
Anki gewinnt beim Medizinwissen und bei Formeln, Quizlet in der Klasse
Medizin: Anki fürs Wissen hinter der Prüfung
Für Medizin gewinnt Anki beim Wissen hinter der Prüfung, etwa vor dem Physikum. Lückentext und verdeckte Anatomiebilder sind eingebaut. Ankis Planer entscheidet, wann welche Karte wiederkommt. Quizlet lässt eigene Bilder und beschriftete Diagramme nur im Tarif Plus zu, ein Diagramm pro Set.
AnkiWeb bietet kostenlose geteilte Stapel nach Sprache und Fach, aber von Dritten und ungeprüft. Prüfungsnahes Multiple Choice übst du außerhalb von Anki, dessen FAQ sogar dagegen argumentiert.
Eine Studie mit 130 Studierenden im ersten Jahr einer US-Medizinfakultät sah die 78 Anki-Nutzenden in drei Kursprüfungen 6,2 bis 7,0 Prozentpunkte vorn, bereinigt um die Eingangswerte. Randomisiert war sie nicht. Die Autoren sagen selbst, dass Motivation und Lernzeit das erklären könnten.
Jura: Anki für Semester, Quizlet fürs kurze Wiederholen
Bei Jura gewinnt Anki, wenn Definitionen und Gesetzeswortlaut über Semester bis zum Examen sitzen sollen. Mit Lückentext blendest du einzelne Tatbestandsmerkmale aus. Der Planer legt die Abstände danach fest, wie gut du jede Karte bisher konntest. Quizlet gewinnt bei der kurzen Wiederholung: In der Klausurenphase holst du dir ein geteiltes Lernset und lässt dich im Testmodus automatisch bewerten.
Sprachen: Quizlet für den nächsten Test, Anki für den langen Aufbau
Bei Sprachen gibt es zwei Gewinner: Quizlet für eine Vokabelliste zum nächsten Test, Anki für Wortschatz, den du langfristig aufbaust. Für den Sprachkurs an der Uni legst du in Quizlet eine Liste an, lässt sie dir vorlesen, sofern deine Sprache dabei ist, und festigst sie im Zuordnungsspiel.
Soll dein Spanisch bis ins Auslandssemester und darüber hinaus halten, gehört es in Anki. Dort enthalten Karten Ton und Bilder, auch Video. Umgekehrte Karten fragen beide Richtungen ab. Der Planer holt sie in wachsenden Abständen wieder hervor.
Schule, Abitur und Matura: Quizlet, wenn deine Klasse damit arbeitet
Vor Abitur oder Matura gewinnt Quizlet, wenn deine Lehrkraft oder Klasse damit arbeitet, und bei einer kurzen Wiederholung mit einem vorhandenen Set. Lernst du allein Stoff über Monate, gewinnt Anki. Wer in der Quizlet-Klasse einer Lehrkraft sitzt, übt deren Sets unbegrenzt und werbefrei im Lern- und Testmodus. Anki hat keine Klassen. Bei Quizlet kommen die vielen Sets anderer Lernender dazu.
Zwei KI-Werkzeuge sind in Deutschland allerdings erst ab 18 freigegeben. Study Guides sind Lernhilfen aus hochgeladenen Dateien auf Deutsch, Englisch oder Französisch. KI-Übungstests entstehen aus Notizen oder Sets und haben eine englische Oberfläche.
Mathe, Physik, Chemie: Anki bei den Formeln
Bei Mathe, Physik und Chemie gewinnt Anki, sobald Formeln auf die Karte sollen. Formelsatz mit MathJax und LaTeX, zwei Schreibweisen für saubere Formeln, ist im Desktop-Programm, in AnkiMobile und in AnkiDroid eingebaut. Quizlet bietet Mathe- und Chemiesymbole über die Sprachauswahl an, also das Menü, in dem du die Sprache deiner Begriffe wählst. Anki setzt also Formeln, Quizlet liefert Symbole, das Rechnen selbst gehört aber nicht auf Karteikarten: Für die Thermodynamik-Klausur übst du den Rechenweg an Aufgaben.
Fragen und Antworten zu beiden Apps
Anki ist besser, wenn du Wissen langfristig aufbaust und mit eigenen oder ausgewählten Karten lernst. Quizlet ist besser, wenn du heute noch üben, auf vorhandene Sets zurückgreifen oder mit deiner Klasse arbeiten willst. Von den neun Vergleichspunkten, also den Tabellenzeilen mit Gewinner, gehen fünf an Quizlet und vier an Anki. Zähle aber nur die, die du wirklich brauchst.
Ja, Anki ist im Desktop-Programm, in AnkiDroid für Android und auf AnkiWeb kostenlos. Dort gibt es weder Werbung noch Tarife. Nur AnkiMobile für iPhone und iPad kostet einmalig 29,99 Euro, Updates sind inbegriffen.
Ja, mit Grenzen: Das kostenlose Quizlet-Konto enthält Karteikarten und Aktivitäten, dazu begrenzte Lernrunden und einen Übungstest pro Set. Es zeigt Werbung. Grenzen und Werbung fallen im Lern- und Testmodus weg, wenn Schülerinnen und Schüler die Sets ihrer Lehrkraft üben. Reicht dir das nicht, findest du hier Alternativen zu Quizlet.
Seit August 2026 hat Quizlet Spaced Repetition, für angemeldete Nutzerinnen und Nutzer kostenlos, aber nur auf der Website und noch nicht in den Apps. Du bewertest jede Karte mit Repeat, Hard, Okay oder Easy. Laut Quizlet kommt sie bei Okay etwa einen Tag später wieder, bei Easy nach vier oder mehr Tagen.
Anki bietet beide an und plant von sich aus mit dem älteren Verfahren. Es beruht auf SM-2, einer klassischen Rechenregel für Wiederholungsabstände. FSRS bleibt ausgeschaltet, bis du es für deine Stapel aktivierst. Dann fragt es nach einer gewünschten Behaltensquote, voreingestellt sind 90 Prozent.
Eigene Quizlet-Sets ja, als Text: Du gibst sie auf der Website ohne Bilder aus und liest sie in Anki ein. Für gefundene oder kopierte Sets gibt es keinen Export, und eine direkte Verbindung zwischen Quizlet und Anki fehlt. Auf AnkiWeb liegen außerdem Importer von Dritten, mit den Risiken aller Add-ons.
Quizlet kann das, Anki ohne Zusatz nicht. Smart Assist nimmt laut Quizlet eine Datei, eingefügten Text oder ein Thema und liefert für alle kostenlos Entwürfe zum Bearbeiten. Study Guides entstehen ebenfalls aus Uploads, in Deutschland ab 18. Anki selbst hat keine KI, dafür gibt es Add-ons von Dritten und eigenständige KI-Karteikarten-Generatoren.
Ja, Studyflash macht beides, was weder Anki noch Quizlet allein schafft: Es erstellt Karteikarten aus PDFs, Dokumenten, fotografierten handschriftlichen Notizen oder eingefügtem Text. Jede Karte plant es per Spaced Repetition danach, wie gut du sie kannst, auch in den Apps für iPhone, iPad und Android. Anzahl, Detailgrad und Kartentypen wie Lückentext und Image Occlusion wählst du selbst, und Anki-Stapel importierst du im Web mit Karten und Bildern.
Keine der beiden Apps schafft allein beides: Karten aus deinen Dateien, Wiederholungen per Handy-App
Anki plant in seinen Handy-Apps, hat aber keine eigene KI, Quizlet entwirft Karten, plant aber nur im Web, in seinen Apps noch nicht. Studyflash macht aus PDFs, Dokumenten oder Fotos deiner Mitschrift Karten, die den Stoff abdecken sollen. Kartenzahl, Detailgrad und die sechs Kartentypen steuerst du. Spaced Repetition läuft im Web, auf iPhone, iPad und Android, samt Cram-Modus.
Max, der KI-Tutor von Studyflash, beantwortet gratis und unbegrenzt Fragen zu deinem Stoff. Kostenlos bekommst du ohne Kreditkarte und Werbung Karteikarten, Quizze, Spaced Repetition und ein monatliches Kontingent an KI-Generierungen. Selbst geschriebene Karten verbrauchen davon nichts. Hier steht, was die Tarife enthalten.
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