Dieser Text richtet sich an zwei Sorten von Anki-Nutzern. Die erste hat Anki installiert, die Stapeloptionen geöffnet, war überfordert und ist nie zurückgekommen. Die andere nutzt die App seit zwei Jahren und hat ein paar tausend Karten, aber keine Lust mehr, jede einzelne davon zu tippen.
Ehrlich vorab: Das meiste, was gegen Anki gesagt wird, ist veraltet. Die einzige echte Lücke: Es schreibt dir die Karten nicht, und das ist der zeitintensivste Teil. Unten stehen sieben Apps, die als Anki-Alternative infrage kommen.
Anki-Karteikarten erstellen lassen? Was Anki 2026 kann, und was Anleitungen falsch erklären
- Bildkarten mit abgedeckten Stellen, in Anki Image Occlusion genannt, sind seit Version 23.10 vom Oktober 2023 eingebaut. Anleitungen, die dir das Add-on Image Occlusion Enhanced empfehlen, beschreiben eine ältere App.
- FSRS, der Free Spaced Repetition Scheduler, ist bei Anki dabei. Er ist standardmäßig aus, sitzt ganz unten in den Stapeloptionen und lässt sich nur für alle Stapel auf einmal einschalten.
- Anki ist kostenlos auf Windows, macOS, Linux und Android, und die Synchronisation über AnkiWeb kostet auch nichts. Das Einzige, wofür du zahlst, ist die iPhone-App, einmalig rund 25 Dollar.
Was Anki nicht macht: Karten erzeugen. Dafür brauchst du Add-ons von Dritten, und das Handbuch warnt, dass ein Anki-Update ältere Add-ons kaputt machen kann. Das Handbuch selbst hat 26 Kapitel und rät zu ein paar Wochen mit den Standardeinstellungen, bevor du etwas änderst. Das ist ein guter Rat und zugleich der Grund, warum die Erste von beiden wieder weg ist. Zwei Grenzen von AnkiWeb solltest du kennen, bevor du dich darauf als Backup verlässt: Sammlungen sind auf 100 MB komprimiert begrenzt, und ein Konto, das 6 Monate unbenutzt bleibt, kann nach einer Warn-E-Mail gelöscht werden.
Die sieben auf einen Blick
| Grobe Kosten | Erstellt die Karten für dich | Abgedeckte Bildkarten | Wiederholung | Nimmt .apkg | |
|---|---|---|---|---|---|
| Anki, zum Vergleich | Kostenlos; iPhone einmalig rund 25 Dollar | Nein, nur Add-ons | Ja, eingebaut | FSRS eingebaut, standardmäßig aus | Eigenes Format |
| Studyflash | Kostenlos mit monatlichem Generierungskontingent; Premium abhängig von deinem Land | Ja, aus PDFs, Folien, Fotos oder einer aufgenommenen Vorlesung | Ja, einer von sechs Kartentypen | Spaced Repetition und Paukmodus (alles auf einmal) | Ja, Bilder und Audio fallen weg |
| RemNote | 8 Dollar im Monat | Ja, gegen monatliche KI-Credits | Ja, 5 kostenlos | FSRS | Ja, mit Lernverlauf; exportiert auch .apkg |
| Mochi | Kostenlos; Pro 5 Dollar im Monat | Nein, die KI schreibt nur Beispielsätze | Ja, Diagram-Karten | Eigener Algorithmus, FSRS optional | Importiert mit Verlauf; kein Export |
| Brainscape | Rund 96 Dollar im Jahr | Ja, aus eingefügtem Text, Bildern, Folien und Videotranskripten | Nein, „coming soon“ | Selbsteinschätzung 1 bis 5 | Nein, vorher in .txt umwandeln |
| Knowt | Grob 20 bis 25 Dollar im Monat | Ja, aus Notizen, PDFs und Video | Nicht dokumentiert | Spaced Repetition | Nicht dokumentiert |
| Quizlet | 44,99 Euro im Jahr im deutschen App Store | Ja, Study Guides; Ask Quizlet nur USA | Nicht dokumentiert | Nicht dokumentiert | Nein, nur eingefügter Text |
| Gemini Notebook | Kostenloser Plan; Google AI Pro rund 20 Dollar im Monat | Ja, aus deinen Uploads | Nicht dokumentiert | Keine dokumentiert | Nicht dokumentiert |
Preise geprüft am 10. August 2026. Wo ein Anbieter keinen Europreis nennt, steht der US-Preis, und jeder Preis hängt von Land und Store ab.
Studyflash
🚀 Am besten für: den Leser, der keine Karten mehr schreiben will. Du lädst ein Vorlesungs-PDF hoch, einen Foliensatz, ein Foto der Mitschrift oder die Aufnahme der Vorlesung, und bekommst einen fertigen Stapel zurück, in sechs Kartentypen inklusive Bildkarte mit abgedeckten Stellen. Wie das im Einzelnen läuft, steht auf der Seite Karteikarten mit KI erstellen.
💰 Kosten: Der kostenlose Plan umfasst Karteikarten, Quizze und Spaced Repetition mit einem monatlichen Kontingent an KI-Generierungen, genug, um es am eigenen Material auszuprobieren. Premium ist pro Land bepreist; die Preisseite zeigt dir den Preis für dein Land.
🛑 Wo es aufhört: Der Importer nimmt .apkg-Dateien und tabulatorgetrennte .txt-Dateien. Lückentextkarten bleiben Lückentexte, Formatierung wird entfernt und der Text bleibt, aber Bilder und Audio kommen nicht mit. Ein Stapel, der auf beschrifteten Abbildungen aufbaut, kommt als Text mit Löchern an. Also teil die Sammlung: Importiere die textlastigen Stapel, bau die bildlastigen aus den Originalfolien neu, und behalte Anki für alles, was du nicht neu bauen willst. Beides ein Semester lang parallel zu nutzen, ist völlig normal.
RemNote
🚀 Am besten für: Notizen und Karten in einem Rutsch. Die Karten stecken in deinen Notizen, jede behält ihren Zusammenhang. FSRS, richtige Bildkarten mit abgedeckten Stellen, und .apkg rein wie raus, dein Lernverlauf zieht also mit um.
💰 Kosten: 8 Dollar im Monat für Pro, mit 25 % Bildungsrabatt bei Anmeldung über die Website.
🛑 Wo es aufhört: Der kostenlose Plan ist genau dort eng, wo es ein Anki-Nutzer merkt: 5 abgedeckte Bildkarten und 100 KI-Credits im Monat. Es ist außerdem eine Notiz-App mit Karten drin. Wenn du nur Karten willst, zahlst du für einen Outliner, den du gar nicht brauchst.
Mochi
🚀 Am besten für: den Leser, dem Ankis Prinzip gefallen hat, seine Oberfläche aber nicht. Klein, schnell, schlicht. Die Diagram-Karten geben jedem abgedeckten Bereich seinen eigenen Wiederholungsplan, und .apkg-Dateien kommen mit Verlauf an.
💰 Kosten: dauerhaft kostenlos, ohne Anmeldung. Pro kostet 5 Dollar im Monat, für Synchronisation und das Veröffentlichen von Stapeln.
🛑 Wo es aufhört: Synchronisation ist kostenpflichtig, kostenlos heißt also ein Gerät. Und das Problem des zweiten Lesers löst es nicht: Die KI schreibt Beispielsätze und Lernfragen und behauptet nicht, Stapel zu bauen.
Brainscape
🚀 Am besten für: Stoff, den jemand anderes sortiert hat. Die Wiederholung nach Selbsteinschätzung läuft über deine eigene Bewertung von 1 bis 5, und der kostenlose Plan enthält bis zu 2'500 vorgefertigte Karten.
💰 Kosten: rund 96 Dollar im Jahr.
🛑 Wo es aufhört: keine abgedeckten Bildkarten, und Brainscape sagt das selbst: im Moment nicht, man arbeite daran. Für einen Anki-Nutzer mit Anatomiestapel ist damit alles gesagt. Bilder, Töne und Export sind alle kostenpflichtig.
Knowt
🚀 Am besten für: einen großen kostenlosen Plan. Studierende bekommen unbegrenzt Karteikarten, Notizen und jeden Lernmodus, nur die KI ist gedeckelt, und sie erzeugt Karten aus Notizen, PDFs und Videos.
💰 Kosten: grob 20 bis 25 Dollar im Monat; Knowts eigene Seiten nennen zwei Preise.
🛑 Wo es aufhört: Es ist auf US-Prüfungen zugeschnitten, und die Website ist nur auf Englisch, die Sprache stellst du erst in der App um. Ein Anki-Import ist nicht dokumentiert; der Importer, mit dem Knowt wirbt, ist für Quizlet.
Quizlet
🚀 Am besten für: einen Stapel, den es für einen Standardkurs schon gibt. Quizlet selbst nennt über 900 Millionen Lernsets, und wenn du Anki wegen der Karten anderer Leute verlässt, ist genau das der Grund.
💰 Kosten: kostenlos mit Werbung; Plus kostet im deutschen App Store 44,99 Euro im Jahr, und selbst das bezahlte normale Plus deckelt den Lernmodus bei 20 Runden im Monat.
🛑 Wo es aufhört: an der Struktur. Es gibt keinen .apkg-Import, nur eingefügten Text über die Website, eine große Sammlung kommt also als reiner Text ohne Medien an. Export geht in die andere Richtung ebenfalls nur als Text. Keine Seite dokumentiert abgedeckte Bildkarten. Den Rest hat der Artikel zu Quizlet-Alternativen.
Gemini Notebook, vorher NotebookLM
Google hat NotebookLM in Gemini Notebook umbenannt.
🚀 Am besten für: einen Haufen Quellen in den Griff bekommen. Es erzeugt Karteikarten und Quizze aus dem, was du hochlädst, mit Schwierigkeitsstufen und einem Erklären-Knopf.
💰 Kosten: ein kostenloser Plan mit 100 Notizbüchern und 50 Chats am Tag; Google AI Pro kostet rund 20 Dollar im Monat.
🛑 Wo es aufhört: Eine Wiederholungsplanung ist nicht dokumentiert. Es merkt sich deinen Fortschritt und legt dir die Karten wieder vor, die du nicht wusstest; zu den Abständen sagt Google nichts. Für alle, die von Anki weg wollen, ist genau das die entscheidende Frage. Google nennt es einen Rechercheassistenten, und das trifft es.
Wer was nehmen sollte
- Bleib bei Anki, wenn du Kontrolle willst und nichts bezahlen willst. Es ist kostenlos am Rechner und auf Android, Open Source, exportiert deine ganze Sammlung, hat abgedeckte Bildkarten und FSRS eingebaut und bietet mit Abstand die am feinsten einstellbare Wiederholung auf dieser Seite. Desktop 26.08.1 ist im August 2026 erschienen, die App verschwindet also so schnell nicht. Wenn ein paar Wochen Einarbeiten mit den Standardeinstellungen für dich vernünftig klingt, dann ist Anki genau die App für dich.
- Neu dabei, und die Karten sollen einfach da sein: Studyflash. Der Stapel entsteht aus Material, das du schon hast. Zusätzlich dazu hast du verschiedenste weitere Lernfunktionen über Karteikarten hinaus.
- Neu dabei, schreibst aber gern selbst: Mochi.
- Notizen und Karten an einem Ort: RemNote, die einzige Option hier, die .apkg importiert und exportiert.
- Eine Bibliothek statt eines leeren Stapels: Brainscapes 2'500 kostenlose Karten oder Quizlet für die Breite. Keine von beiden nimmt deine .apkg-Datei.
- Den Stoff verstehen, bevor du ihn auswendig lernst: Gemini Notebook, neben etwas, das die Wiederholungen plant.
- Medizinstudium mit einem bildlastigen Stapel: anders genug für einen eigenen Artikel.
Fragen und Antworten
RemNote, Mochi und Studyflash. Brainscape braucht den Stapel vorher als .txt, Quizlet nimmt nur eingefügten Text über die Website, und weder Knowt noch Gemini Notebook dokumentieren einen Anki-Import.
Ja, .apkg-Dateien und tabulatorgetrennte .txt. Lückentextkarten bleiben Lückentexte und der Text bleibt erhalten, Bilder und Audio werden aber nicht importiert. Ein bildlastiger Stapel muss also aus dem Originalmaterial neu gebaut werden.
Anki hat ihn eingebaut, aber standardmäßig aus, und er lässt sich nur global einschalten. RemNote läuft mit FSRS. Mochi nutzt einen eigenen Algorithmus mit FSRS als Option.
Kostenlos bleibt es, erhalten bleibt es nicht unbedingt: Ein Konto, das 6 Monate oder länger unbenutzt bleibt, kann nach einer Warn-E-Mail gelöscht werden, und Sammlungen sind auf 100 MB komprimiert begrenzt. Wenn ein Semester Pause wahrscheinlich ist, leg dir vorher einen lokalen Export an.
Nein. Zieh einen textlastigen Stapel um, lern zwei Wochen damit und schau, ob die Wiederholung zu dir passt, bevor du irgendetwas mit Bildern anfasst.