Die ganze Vorklinik in einer einzigen Prüfung, und alle sagen dir: kreuzen, kreuzen, kreuzen. Nur machst du beim Kreuzen immer wieder dieselben Fehler, und die Physiologie von vor zwei Monaten ist halb weg. Das geht fast allen so, und es lässt sich ändern. Hier siehst du Fach für Fach, wie du so lernst, dass der Stoff bis zum Physikum (M1) sitzt.

Das Schriftliche findet zweimal im Jahr statt, jeweils an zwei Tagen hintereinander, und alle in Deutschland schreiben es zur selben Zeit.1 2027 ist es am 16. und 17. März und am 24. und 25. August, jeweils von 9 bis 13 Uhr.2 Alles Weitere zur Prüfung steht auf der Seite zum Physikum.

Kurz zusammengefasst:

  • Lern ein Thema und kreuz noch am selben Tag die alten Prüfungsfragen dazu. Jede falsche Antwort kommt auf deine Fehlerliste oder eine Karteikarte.
  • Jedes Fach hat seine Methode: Regelkreise in Physiologie laut erklären, Physik und Chemie von Hand rechnen, Stoffwechselwege aus dem Kopf zeichnen, Strukturen in Anatomie und Histo auf Bildern benennen, Begriffe aus Medizinischer Psychologie und Soziologie (Psycho/Sozio) als Karteikarten lernen.
  • Am Prüfungstag hast du etwa 1,5 Minuten pro Frage. Gewertet wird nur der Antwortbogen, und dort lässt du keine Frage leer.
  • Wann du womit anfängst, zeigt dir der Physikum-Lernplan.

Was im Physikum zählt und was das fürs Lernen heißt

Das Schriftliche kommt vom IMPP, dem Institut, das die Fragen stellt und auswertet.3 Du bekommst 320 MC-Fragen mit je fünf Antworten und kreuzt jeweils die beste.4 Sie verteilen sich auf zwei Prüfungstage mit je 160 Fragen in vier Stunden.1

FächerFragenWas du übst
Physik und Physiologie, Tag 1180Regelkreise erklären, ohne Taschenrechner rechnen
Chemie und Biochemie, Tag 1180Von Hand rechnen, Stoffwechselwege zeichnen
Biologie und Anatomie, Tag 21100Strukturen auf Bildern benennen, Verläufe skizzieren
Psycho/Sozio, Tag 2160Begriffe und Modelle als Karteikarten lernen

Das IMPP fragt die Grundlagen mit Blick auf die Klinik ab, also darauf, was davon in der Medizin wichtig ist.1 Lern deshalb zu jedem Thema gleich mit, was es für einen Patienten bedeutet.

Zum Bestehen brauchst du 60 Prozent richtige Antworten, und die Gleitklausel kann diese Grenze nach der Prüfung noch senken.5

Das Mündliche in Anatomie, Biochemie und Physiologie musst du außerdem mit mindestens „ausreichend“ bestehen, und ein Teil gleicht den anderen nicht aus.1 Wie du dafür laut übst, steht im Beitrag zum mündlichen Physikum.

Physikum Tipps: Lernen und kreuzen am selben Tag

Kreuzen hilft dir auch beim Behalten. Assistenzärztinnen und -ärzte erinnerten sich etwa sechs Monate später an Stoff, zu dem sie dreimal abgefragt worden waren, deutlich besser als an Stoff, den sie dreimal gelesen hatten: 39 gegen 26 Prozent.6 Kreuzen gehört deshalb in jeden Lerntag.

  1. Lern ein Thema und kreuz noch am selben Tag die Altfragen dazu. Altfragen sind Fragen aus früheren Prüfungen; in deiner Fragensammlung findest du sie nach Themen sortiert. Lies dich zuerst in deinem Skript oder Lehrbuch in das Thema ein, dann kreuz die Altfragen genau zu diesem Thema, etwa 50 bis 80 am Tag. Am Abend weißt du, wie das IMPP dieses Thema abfragt und wo deine Lücken sind.
  2. Arbeite jede falsche Antwort durch. Bei jeder Frage, die du falsch hattest oder geraten hast, gehst du alle fünf Antworten durch und sagst dir jeweils, warum sie stimmt oder nicht. Was du nicht wusstest, kommt als eine Zeile auf deine Fehlerliste, also die Liste mit allem, was du falsch hattest. Oder du machst eine Karteikarte daraus: vorne die Frage in deinen Worten, hinten die Antwort und warum sie stimmt. Mit der Zeit zeigt dir die Fehlerliste deine schwachen Themen, und am Ende der Lernphase gehst du die Liste noch einmal durch.
  3. Wiederhol an jedem Lerntag etwa 30 Minuten lang deine fälligen Karteikarten. Mach das bis zur Prüfung jeden Morgen als Erstes. Die Karten aus abgeschlossenen Fächern laufen dabei weiter mit. Medizinstudierende, die über Wochen verteilt Fragen zu einem Thema bekamen, wussten Monate später deutlich mehr darüber als über Themen, zu denen sie keine solchen Fragen bekommen hatten.7 So sitzt die Physiologie noch, wenn du längst mitten in der Anatomie steckst.
  4. Kreuz einmal pro Woche gemischt und auf Zeit. Das machst du immer am selben Tag, deinem Wiederholungstag: Stell dir einen Block aus 80 Altfragen zusammen, die du noch nicht kennst, gemischt aus allen Fächern, die du schon hattest. Dafür hast du zwei Stunden, also etwa 1,5 Minuten pro Frage wie im Physikum.3 Das Mischen lohnt sich: Medizinstudierende, die EKGs gemischt geübt hatten, deuteten neue EKGs zu 46 Prozent richtig. Wer einen Typ nach dem anderen geübt hatte, kam nur auf 30 Prozent.8 Nach ein paar Wochen zeigen dir die Blöcke deine Kreuzquote pro Fach, also den Anteil der Fragen, die du richtig hattest. Liegt ein Fach deutlich unter 60 Prozent, nimmst du dir an deinem nächsten Wiederholungstag die Fehlerliste und die Altfragen zu diesem Fach noch einmal vor.

Physik und Physiologie: Regelkreise erklären, ohne Taschenrechner rechnen

Weil das IMPP fehlerhafte Fragen streicht, hat es im Herbst 2026 weniger als die 80 Fragen aus der Tabelle gewertet: 61 in Physiologie und 17 in Physik.9, 1 In diesem Block gehört die meiste Zeit also der Physiologie, und in Physik übst du vor allem Formeln und Einheiten.

  1. Erklär jeden Regelkreis in zwei Minuten laut. Fang mit einer Frage an, etwa: Was passiert, wenn der Blutdruck fällt? Skizzier den Regelkreis auf einem leeren Blatt, mit Pfeilen vom Fühler über Regler und Stellglied bis zur Wirkung. Dann erklärst du ihn laut ohne Unterlagen und vergleichst zum Schluss mit dem Skript. Nimm den klinischen Bezug gleich mit: was bei einer Krankheit in diesem Regelkreis schiefläuft. Damit kannst du Fallfragen beantworten, die mit einem Patienten anfangen, und übst nebenbei, Physiologie fürs Mündliche laut zu erklären.
  2. Rechne Physik von Hand. Im Physikum sind weder Taschenrechner noch Handy erlaubt, auch keine Uhr mit Taschenrechner.3 Kreuz die Physik-Altfragen deshalb nur mit Stift und Papier: Prüf zuerst die Einheiten und runde dann auf Zehnerpotenzen. Jede Formel, die du gebraucht hast, kommt auf eine Karte, vorne die Größe, hinten Formel und Einheit. Dann rechnest du in der Prüfung schnell genug, um das Tempo zu halten.

Chemie und Biochemie: von Hand rechnen, Stoffwechselwege zeichnen

  1. Lern Chemie mit Stift und Papier. Schreib zu jedem Reaktionstyp aus deinem Skript eine Reaktionsgleichung als Beispiel auf und kreuz danach die Altfragen zu genau diesem Thema. pH-Wert und Konzentration rechnest du wie in Physik ohne Taschenrechner. So sitzen die Grundlagen, auf denen die Biochemie aufbaut.
  2. Zeichne jeden Stoffwechselweg auf ein leeres Blatt. Wenn du einen Weg gelernt hast, klapp das Skript zu und zeichne ihn mit den Schlüsselenzymen. Trag auch ein, wo in der Zelle er abläuft und wie er an- und abgeschaltet wird. Dann vergleichst du mit dem Skript, markierst rot, was gefehlt hat, und zeichnest den Weg zwei Tage später noch einmal. Zu jedem Schlüsselenzym schreibst du eine Zeile dazu, was passiert, wenn es ausfällt. Am Ende hast du für jeden Weg ein Blatt, das du aus dem Kopf zeichnen kannst.

Biologie, Anatomie und Histo: Strukturen auf Bildern erkennen

In diesem Block hat das IMPP im Herbst 2026 in Anatomie 78 Fragen gewertet und in Biologie 18.9 An Tag 2 bekommst du außerdem ein Bildheft mit den Bildern, die zu den Fragen gehören.3

  1. Deck die Beschriftungen ab und benenne jede Struktur. Nimm die Abbildungen aus deinen Vorlesungsfolien oder deinem Atlas, auch die Histo-Bilder. Leg ein Blatt über die Beschriftungen, benenne jede Struktur und deck dann auf. Bei Histo bestimmst du am Bild Gewebe und Organ. Dabei lernst du, Strukturen an ihrem Aussehen zu erkennen, auch auf Bildern, die du noch nie gesehen hast.
  2. Lern jeden Verlauf wie eine Route. Geh bei Nerven und Gefäßen jeweils den Weg durch: wo sie entspringen, wie sie verlaufen, was sie versorgen und was ausfällt, wenn sie geschädigt sind. Skizzier jeden Verlauf aus dem Kopf. So findest du die Antwort, wenn eine Fallfrage mit einem Symptom anfängt.

In Biologie kreuzt du die Altfragen nach Thema und machst aus allem, was du falsch hattest, Karteikarten.

Psycho/Sozio: Begriffe als Karteikarten

Im Herbst 2026 hat das IMPP 59 Fragen in Psycho/Sozio gewertet, und das war fast jede fünfte Frage der ganzen Prüfung.9

Mach zu jedem Begriff und jedem Modell aus deinem Skript eine Karteikarte. Vorne steht der Begriff, hinten die Definition in deinen eigenen Worten und ein Beispiel aus der Klinik. Merkst du bei den Altfragen, dass du zwei Begriffe verwechselst, dann schreib beide auf eine Karte und dazu, was sie unterscheidet. Die Karten laufen in deinen täglichen 30 Minuten mit. Am Ende deckt dein Stapel das ganze Fach ab.

IMPP-Fragen am Prüfungstag: So verschenkst du keine Punkte

  1. Rechne mit etwa 1,5 Minuten pro Frage. So viel Zeit hast du im Schnitt, das Ankreuzen schon eingerechnet.3 Schau in deinem Wochenblock nach je 40 Fragen auf die Uhr: Dann sollte eine Stunde um sein. Kommst du bei einer Frage nicht weiter, kreuz deinen besten Tipp an, markier sie im Aufgabenheft und komm am Ende darauf zurück. So gerätst du in der letzten halben Stunde nicht in Hektik.
  2. Achte bei jeder Frage zuerst auf ihren Typ. Bei manchen Fragen suchst du nicht die beste von fünf Antworten, sondern die einzige falsche Aussage. Unterstreich dir deshalb jedes „nicht“ und „falsch“.3 Bei Zuordnungsfragen kann eine Antwort zu mehreren Begriffen passen, also streich keine, nur weil du sie schon vergeben hast.3 Fallfragen sind mehrere Fragen zu einem Falltext: Lies den Fall einmal ganz und dann jede Frage für sich.3 Falsch gelesene Fragen kosten dich dann keine Punkte.
  3. Übertrag deine Kreuze laufend auf den Antwortbogen. Du kreuzt mit Bleistift, und gewertet wird nur der Antwortbogen; was du ins Aufgabenheft schreibst, zählt nicht.3 Eine Frage ohne Kreuz oder mit zwei Kreuzen gilt als falsch: Lass keine leer, und radier das alte Kreuz ganz aus, wenn du eine Antwort änderst.3 Übertrag nach jeder Seite oder jedem Block. Üben kannst du das am Musterbeleg, einem Probe-Antwortbogen auf der Website des IMPP. Druck dir die aktuelle Version spätestens vier Wochen vor der Prüfung aus, weil sich das Format ändern kann.10 Wenn du laufend überträgst, bleibt am Ende kein Feld leer.

Physikum-Vorbereitung mit Studyflash

Leg für jedes Fach einen Studyflash-Kurs an und trag Tag 1 des Schriftlichen als Prüfungsdatum ein. Kommt bei dir das Mündliche zuerst, trägst du für Anatomie, Biochemie und Physiologie dessen Termin ein. Der Lernplan in deinem Kurs schlägt dir dann eine Reihenfolge der Themen bis zur Prüfung vor und zählt die Tage herunter.

Was du an einem Tag lernst, lädst du hoch: Skript, Vorlesungsfolien oder Mitschriften, auch als Foto. Studyflash macht daraus Karteikarten und ein Quiz pro Thema und entscheidet, wann jede Karte wiederkommt.

Hängst du an einem Regelkreis oder einem Stoffwechselweg, erklärt ihn dir Max, der KI-Tutor von Studyflash, anhand deines eigenen Skripts noch einmal anders. Für Anatomie und Histo macht Studyflash aus den Abbildungen in deinen Folien Bildkarten mit abgedeckten Stellen.

Um dein Tempo zu üben, kannst du mit Premium eine Probeklausur aus deinen eigenen Skripten erstellen. Fragenzahl, Zeit und Fragetypen stellst du selbst ein, zum Beispiel 40 Single-Choice-Fragen in 60 Minuten, also im Tempo des Physikums.3 Das ist ein guter Check, wenn du ein Fach abschließt.

Häufige Fragen

Nein, aber Altfragen bleiben der Kern. Sie zeigen dir, was und wie das IMPP fragt. Seit Herbst 2025 sammelt das IMPP die Aufgabenhefte am Ende jedes Prüfungstags ein.11 Außerdem vergibt es an Firmen und Verlage keine Lizenzen mehr für seine Fragen.11 Die neuesten Termine fehlen also in den Fragensammlungen, und im Physikum kommen Fragen dran, die du nicht kennst. Lern deshalb zu jeder Frage das Thema dahinter statt nur den Antwortbuchstaben.

Gegen Ende der Lernphase kannst du die Beispielaufgaben des IMPP als Block auf Zeit kreuzen. Jedes Set umfasst etwa 10 Prozent der Fragen eines Prüfungstermins, und das IMPP selbst nennt die Sets „nicht repräsentativ“.12 Bei Fragen, die du noch nicht kennst, sollte dein Anteil richtiger Antworten deutlich über 60 Prozent liegen.

Etwa acht Wochen vor Tag 1 des Schriftlichen, wenn du in Vollzeit lernst, und zwölf Wochen, wenn du größere Lücken hast. Wie du die Wochen auf die Fächer aufteilst, zeigt der Physikum-Lernplan.

Ja, beim Erklären und Abfragen: Eine KI kann dir einen Regelkreis oder einen Stoffwechselweg noch einmal anders erklären und dich zu deinen eigenen Skripten abfragen. Sie kann sich aber in Details irren, deshalb prüfst du ihre Antworten an deinem Skript oder Lehrbuch. Für Prüfungsregeln und Termine ist sie keine Quelle: Die erfährst du beim IMPP und bei deinem Landesprüfungsamt (LPA).3

Mit einem Lernplan für jedes Fach und mit Karteikarten aus deinen eigenen Unterlagen. Pro Fach legst du einen Studyflash-Kurs mit Tag 1 des Schriftlichen als Prüfungsdatum an. Der Lernplan in deinem Kurs zählt die Tage bis dahin herunter und schlägt dir eine Reihenfolge der Themen vor. Aus deinen Skripten und Vorlesungsfolien macht Studyflash die Karten und ein Quiz pro Thema, aus den Abbildungen in deinen Anatomie- und Histo-Folien auch Bildkarten mit abgedeckten Stellen. Wann eine Karte wiederkommt, entscheidet Studyflash.

Quellen

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