Du hast mindestens fünf Prüfungsfächer, und eine nationale Prüfung gibt es nicht: Die Aufgaben stellt deine Schule oder dein Kanton.1 Wie man dafür übt, sagt dir meistens niemand. Hier steht für jedes Fach, was du übst und wie, damit du schon diese Woche weisst, womit du anfängst.
Auch die Prüfungstermine sind nicht schweizweit gleich: Dein Kanton oder deine Schule legt sie fest.2 Was schon veröffentlicht ist, findest du auf der Seite zur Matura 2027.
Kurz zusammengefasst:
- Frag dich selbst ab, statt nur nochmals zu lesen, und wiederhole Karteikarten über mehrere Tage.
- Deutsch: Aufsätze auf Zeit schreiben und jede Lektüre aufbereiten.
- Mathe: gemischte Aufgaben, mit genau den Hilfsmitteln deiner Schule.
- Sprachen: Wörter nach Thema, Texte auf Zeit, Sprechen.
- Schreib alte Prüfungen deiner Schule oder Prüfungen aus dem Unterricht auf Zeit, und trag jeden Fehler ins Fehlerheft ein.
- Wann du anfängst und wie viele ganze Prüfungen du schreibst, steht im Matura-Lernplan.
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Kostenlos testenWas an der Matura zählt und was das fürs Lernen heisst
Du hast mindestens fünf Prüfungsfächer: Deutsch, die zweite Landessprache (Französisch oder Italienisch), Mathe, dein Schwerpunktfach (SF) und ein weiteres Fach nach den Regeln deines Kantons.3 Welche Fächer schriftlich, mündlich oder beides geprüft werden, legt dein Kanton fest.3
Für die mündlichen Prüfungen übst du anders; mehr dazu im Beitrag zur mündlichen Maturaprüfung. So übst du in jedem Prüfungsfach:
| Prüfungsfach | Was du übst | Wie |
|---|---|---|
| Deutsch | Aufsatz auf Zeit, Lektüren | Gliederungen skizzieren, ein Blatt pro Lektüre |
| Mathe | gemischte Aufgaben | mit genau den erlaubten Hilfsmitteln |
| Französisch oder Italienisch | Wortschatz, Text auf Zeit, Sprechen | Karten nach Thema, laut erklären |
| Schwerpunktfach (SF) | Begriffe, Aufgaben | Karten, Aufgaben aus deinen Prüfungen in diesem Fach |
| fünftes Fach, etwa Englisch | je nach Kanton | fragen: schriftlich, mündlich oder beides |
In Zürich und Bern wird vor allem der Stoff der letzten zwei Jahre geprüft.4, 5 Frag deine Lehrperson nach der Themenliste.
Deine Maturanote in einem Prüfungsfach setzt sich je zur Hälfte aus der Erfahrungsnote und der Note der Prüfung zusammen; die Erfahrungsnote ist deine Zeugnisnote im letzten Jahr, in dem du das Fach hast.3 Die Prüfungen, die du im Maturjahr im Unterricht schreibst, zählen also zusammen so viel wie die Maturaprüfung. Deine Matura-Vorbereitung läuft daneben und ersetzt das Lernen für diese Prüfungen nie.
Zum Bestehen:
- Die Noten gehen von 1 bis 6, mit halben Noten; 6 ist die beste, 4 ist genügend.3
- Rechnest du alle Maturanoten samt Maturaarbeit zusammen, zählen die Punkte unter 4 doppelt, und sie dürfen zusammen nicht mehr ergeben als die Punkte über 4; höchstens vier Maturanoten dürfen unter 4 liegen.3
Manche Kantone verlangen mehr: In Freiburg zum Beispiel darf keine Note unter 2 liegen, und Deutsch, die zweite Landessprache, Mathe und das Schwerpunktfach müssen im Schnitt mindestens 4 ergeben.6 Was bei dir gilt, steht auf der Seite zur Matura.
Lerntipps für die Maturaprüfungen
Wenn du für die Maturaprüfungen lernen willst, fängst du in jedem Fach mit diesen zwei Dingen an:
- Frag dich ab, bevor du nochmals liest. Klapp die Notizen zu und schreib oder sag, was du zu einem Thema weisst. Danach öffnest du die Notizen und markierst, was gefehlt hat. Wer sich selbst abfragt, weiss eine Woche später mehr, als wenn er nur nochmals liest.7 So siehst du, was du noch nicht kannst, und nicht nur, was dir bekannt vorkommt.
- Lerne mit Karteikarten, über mehrere Tage verteilt. Auf eine Karte kommt ein Begriff, eine Formel, eine Vokabel, eine Jahreszahl oder ein Zitat aus einer Lektüre. Jeder Lerntag beginnt mit einer kurzen Kartenrunde, erst danach nimmst du Neues dazu. Dieselbe Karte siehst du an mehreren Tagen wieder. Die gleiche Lernzeit, auf Tage verteilt, wirkt besser als eine lange Sitzung.8 So ist im Mai noch da, was du im Herbst gelernt hast. Aus deinen Unterlagen oder Fotos davon macht dir Studyflash Karteikarten mit Begriffen und Vokabeln.
Deutsch: Aufsatz und Lektüren
Frag deine Lehrperson, welche Aufsatzarten deine Schule stellt und aus wie vielen Themen und Arten du an der Prüfung wählen kannst. Übe mehr als eine Art.
- Skizziere Gliederungen zu drei Themen. Nimm die Themen aus einer älteren Aufsatzprüfung oder einer Prüfung aus dem Unterricht. Pro Thema hast du 20 Minuten und schreibst nur die These und die Gliederung. Danach hast du pro Aufsatzart ein Muster und weisst, welche dir liegt.
- Schreib einen ganzen Aufsatz auf Zeit. Nimm dir so viel Zeit, wie deine Deutschprüfung dauert; die genaue Dauer steht im Prüfungsplan deiner Schule. Schreib mit den erlaubten Hilfsmitteln und so wie an der Prüfung, auf Papier oder am Computer. Frag nach, was an deiner Schule gilt. Danach weisst du, wo dir die Zeit ausgeht. Gib den Aufsatz deiner Lehrperson zum Lesen, oder prüf ihn selbst an deiner Gliederung.
- Mach zu jeder Lektüre ein Blatt. Darauf kommen die Figuren und wie sie zueinander stehen, der Konflikt und fünf bis acht Schlüsselstellen mit Seite und Zitat. Lass keine Lektüre aus. Welche Werke mündlich drankommen, weiss deine Lehrperson. So kannst du zu jedem Werk reden.
Mathe: gemischte Aufgaben mit den Hilfsmitteln deiner Schule
Welche Hilfsmittel du brauchen darfst, legt dein Kanton oder deine Schule fest.1
- Übe ab jetzt mit genau diesen Hilfsmitteln. Nimm immer dieselbe Formelsammlung und denselben Taschenrechner. Markier, wo die Formeln stehen, die du brauchst, dann musst du sie an der Prüfung nicht suchen.
- Mische die Aufgabentypen. Wechsle in einer Sitzung zwischen Themen der letzten zwei Jahre, etwa Analysis, Vektorgeometrie und Wahrscheinlichkeit, statt zehn Aufgaben derselben Art zu lösen. So musst du jedes Mal erkennen, welche Methode passt. In einer Studie schnitten Siebtklässler, die gemischt übten, einen Monat später besser ab als solche, die einen Aufgabentyp nach dem anderen übten.9 Hängst du an einer Aufgabe fest, fotografierst du sie, und Max, der KI-Tutor von Studyflash, erklärt dir den Schritt, der dir fehlt. Die Typen, die du noch nicht erkennst, notierst du und übst sie nochmals.
- Erkläre einmal pro Woche eine Lösung laut, ohne Notizen. Das hilft auch, wenn Mathe bei dir mündlich geprüft wird. Du merkst dabei, wo du rechnest, ohne zu verstehen, warum.
Sprachen: Wörter, Schreiben, Sprechen
Welche Teile die Prüfung hat und ob ein Wörterbuch erlaubt ist, bestimmt dein Kanton oder deine Schule.1 Englisch übst du genauso, wenn es eines deiner Prüfungsfächer ist.
- Lerne Wörter nach den Themen aus dem Unterricht. Schreib pro Thema 20 bis 30 Wörter und Wendungen auf Karteikarten, dazu Wendungen zum Kommentieren und Argumentieren, und nimm alle in die tägliche Kartenrunde. So hast du beim Schreiben die Wörter zum Thema bereit.
- Schreib jede Woche einen Text auf Zeit. Nimm die Aufgabe aus einer älteren Prüfung, gib dir so viel Zeit, wie man dort hatte, und brauch nur die erlaubten Hilfsmittel. Frag deine Lehrperson, ob sie den Text korrigiert, und trag die Fehler ins Fehlerheft ein. So entsteht deine Liste der Fehler, die du immer wieder machst.
- Sprich einmal pro Woche fünf Minuten in der Sprache. Erkläre ein Thema oder eine Lektüre, ohne abzulesen. Die Wörter, die dir fehlen, kommen auf neue Karten.
Schwerpunktfach und dein fünftes Fach
- Mach pro Thema eine Begriffsliste. Geh die Themenliste oder deine Unterlagen durch und schreib die Begriffe jedes Themas auf Karteikarten.
- Löse Aufgaben aus deinen Prüfungen in diesem Fach auf Zeit. Am Ende kennst du pro Thema die Begriffe und einen Aufgabentyp, den du sicher löst.
Frag beim fünften Fach nach, ob es schriftlich, mündlich oder beides geprüft wird. Wird es nur mündlich geprüft, übst du es wie die anderen mündlichen Prüfungen.
Mit alten Prüfungen deiner Schule üben
Weil dein Kanton oder deine Schule die Prüfungen stellt, gibt es kein nationales Archiv alter Maturaprüfungen.10 Manche Schulen stellen alte Prüfungen online; welche, steht auf der Seite zur Matura 2027.
- Frag deine Lehrperson nach alten Maturaprüfungen deiner Schule. Gibt es keine, schreibst du mehrere Prüfungen aus dem Unterricht am Stück, zusammen so lange wie die echte Prüfung.
- Schreib eine ganze alte Prüfung auf Zeit. Du hast so lange wie an der Prüfung und nur die erlaubten Hilfsmittel, das Handy liegt in einem anderen Zimmer.
- Korrigiere und führe ein Fehlerheft. Vergleich deine Lösung mit der Musterlösung der Schule, falls es eine gibt, oder gib sie deiner Lehrperson. Jeder Fehler kommt ins Fehlerheft: die Aufgabe, die richtige Lösung und warum es falsch lief. Ein paar Tage später löst du eine ähnliche Aufgabe.
Wie viele ganze alte Prüfungen du schreibst und wann, steht im Matura-Lernplan.
Die letzten Wochen vor deiner ersten schriftlichen Prüfung
- Zwischen vier und zwei Wochen vor deiner ersten schriftlichen Prüfung schreibst du ganze alte Prüfungen auf Zeit. Die neueste, die deine Schule hat, hebst du dir für den Schluss auf.
- In der letzten Woche vor deiner ersten schriftlichen Maturaprüfung kommt nichts Neues mehr dazu, weder eine Prüfung noch ein Thema. Du arbeitest mit dem Fehlerheft und den fälligen Karten. Am Abend davor packst du die Tasche mit den Hilfsmitteln und gehst zur gewohnten Zeit ins Bett.
- Zwischen den schriftlichen und den mündlichen Prüfungen lernst du nur noch für die mündlichen.
Wo KI hilft
Wenn du für die Matur lernst, hilft KI dort, wo sie mit deinem eigenen Stoff arbeitet:
- Sie erklärt dir einen Lösungsschritt auf eine andere Art.
- Sie fragt dich zu deinen Notizen ab.
- Sie stellt dir Fragen zu einer Lektüre, damit du das Antworten übst.
Maturavorbereitung mit Studyflash
Leg für jedes Prüfungsfach einen Studyflash-Kurs mit dem Datum seiner Prüfung an. Wann jedes Fach drankommt, steht in deinem Prüfungsplan; bis der Plan da ist, nimmst du den ersten Tag der schriftlichen Prüfungen. Der Lernplan deines Studyflash-Kurses schlägt dir eine Reihenfolge deiner Themen bis zu dieser Prüfung vor und zählt die Tage herunter.
Zum Abfragen lädst du Unterlagen, Arbeitsblätter oder Fotos davon hoch, und Studyflash macht daraus Karteikarten und Quizfragen. Wann eine Karte wiederkommt, entscheidet Studyflash. In Mathe schickst du Max das Foto einer Aufgabe, und er erklärt dir den Schritt.
Willst du so üben, wie deine alten Prüfungen aufgebaut sind, gibt es mit Premium die Probeklausur. Lädst du eine alte Maturaprüfung hoch, die du von deiner Schule oder deiner Lehrperson hast, übernimmt die Probeklausur ihren Aufbau. Du kannst sie auch selbst einstellen, mit der Anzahl Fragen, der Zeit und den Fragetypen. Sie fragt ab, was du in den Studyflash-Kurs dieses Fachs geladen hast, und gibt dir eine Note von 1 bis 6. Du schreibst sie, wann du willst, zum Beispiel nachdem du die schwachen Themen eines Fachs geübt hast.
Häufige Fragen
Sie macht die Hälfte der Maturanote in einem Prüfungsfach aus, die andere Hälfte ist die Note der Prüfung.3 Die Erfahrungsnote ist deine Zeugnisnote aus dem letzten Jahr, in dem du ein Fach hast. In Fächern ohne Prüfung zählt nur die Erfahrungsnote.3 Deine Noten aus dem Unterricht zählen also voll mit. Wie gerundet wird, regelt dein Kanton.
Am meisten hilft es, die Situation zu kennen: Schreib alte Prüfungen deiner Schule auf Zeit und nur mit den erlaubten Hilfsmitteln. Leg dir für die ersten Minuten einen festen Ablauf zurecht: alle Aufgaben lesen, die Reihenfolge wählen und mit einer beginnen, die du kannst. Am Abend davor gehst du zur gewohnten Zeit ins Bett. Blockiert dich die Angst über Wochen, sprich mit jemandem an der Schule, dem du vertraust, etwa mit deiner Klassenlehrperson.
Ja, beim Erklären und beim Abfragen deines eigenen Stoffs. Sie weiss aber nicht, was deine Schule prüft und welche Regeln und Termine gelten, und sie beurteilt deinen Aufsatz nicht so wie deine Lehrperson. An der Prüfung darfst du nur die Hilfsmittel brauchen, die dein Kanton oder deine Schule erlaubt.1
Ja. Du legst pro Prüfungsfach einen eigenen Studyflash-Kurs an und gibst das Datum dieser Prüfung ein. Bis dahin schlägt dir der Lernplan des Kurses Thema für Thema eine Reihenfolge vor und zählt die Tage bis zum Prüfungstag herunter. Deine Unterlagen, Arbeitsblätter oder Fotos davon werden zu Karteikarten und Quizfragen.
Quellen
- Fedlex: Verordnung über die Anerkennung von gymnasialen Maturitätszeugnissen (Maturitätsanerkennungsverordnung, MAV) vom 28. Juni 2023 (geprüft am 14.10.2026) ↩ ↩2 ↩3 ↩4
- EDK: Gymnasium (geprüft am 14.10.2026) ↩
- Fedlex: Verordnung über die Anerkennung von gymnasialen Maturitätsausweisen (Maturitäts-Anerkennungsverordnung, MAV) vom 15. Februar 1995 (geprüft am 14.10.2026) ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6 ↩7
- Kanton Zürich: Reglement für die Maturitätsprüfungen an den Gymnasien des Kantons Zürich (geprüft am 14.10.2026) ↩
- Kanton Bern: Weisungen der Kantonalen Maturitätskommission zu Prüfungsablauf und Prüfungsumfang (geprüft am 14.10.2026) ↩
- Kanton Freiburg: Règlement concernant les examens de maturité gymnasiale (REMG) (geprüft am 14.10.2026) ↩
- Roediger & Karpicke: Test-Enhanced Learning, Psychological Science 2006 ↩
- Cepeda et al.: Distributed practice in verbal recall tasks, Psychological Bulletin 2006 ↩
- Rohrer, Dedrick & Stershic: Interleaved practice improves mathematics learning, Journal of Educational Psychology 2015 ↩
- EDK: Themen, Gymnasium (geprüft am 14.10.2026) ↩
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