Bei der mündlichen Abiturprüfung macht dir wahrscheinlich nicht der Stoff die größten Sorgen, sondern das Reden: frei vor deinen Prüferinnen und Prüfern sprechen, Nachfragen beantworten und bloß keinen Blackout haben. Das Gute ist, dass man genau das üben kann. Hier bekommst du dafür einen Plan, von der Themenliste bis zum Prüfungstag.

Das Mündliche kommt nach den schriftlichen Abiklausuren, in den meisten Bundesländern im Mai oder Juni. Den genauen Tag legt deine Schule fest. Wann deine Abiklausuren sind, steht auf unserer Seite zum Abitur.

Kurz zusammengefasst:

  • Du bekommst deine Aufgabe schriftlich, bereitest dich unter Aufsicht darauf vor und darfst dir dabei Notizen machen; geprüft wirst du in der Regel allein.1 Vorbereitung und Prüfung dauern je nach Bundesland jeweils 20 bis 30 Minuten; für ein Experiment gibt es in einigen Bundesländern mehr Vorbereitungszeit. Meist hältst du erst einen Vortrag, dann folgt ein Gespräch.
  • Üben solltest du vor allem eins: Du erklärst ein Thema mit ein paar Stichpunkten laut und frei, die Uhr läuft, und jemand fragt nach.

So läuft die mündliche Abiturprüfung ab

Unterschätz das Mündliche nicht. Alle Abiprüfungen zusammen machen ein Drittel deiner Abinote aus, und dein mündliches Fach zählt darin genauso viel wie jedes schriftliche.1 Plan deshalb von Anfang an feste Lernzeit dafür ein, nicht erst nach den Klausuren.

Wie lange du dich vorbereitest und wie lange die Prüfung dauert, hängt von deinem Bundesland ab.

Vorbereitung und Prüfungsdauer in allen Bundesländern
BundeslandVorbereitungPrüfung
Baden-Württemberg2etwa 20 Min.etwa 20 Min.
Bayern (Kolloquium)3etwa 30 Min.meist 30 Min., in zwei Teilen
Berlin4meist 20 Min.meist 20 Min.
Brandenburg530 Min.meist 20 Min.
Bremen6etwa 20 Min., mit Experiment länger20 bis 25 Min.
Hamburg7etwa 30 Min.etwa 30 Min.
Hessen8, 920 bis 30 Min.meist 20 Min.
Mecklenburg-Vorpommern10, 11meist 20 Min.meist 20 Min.
Niedersachsen12meist 20 Min.20 bis 30 Min.
Nordrhein-Westfalen13meist 30 Min.20 bis 30 Min.
Rheinland-Pfalz14, 15meist 20 Min.meist 20 Min.
Saarland16etwa 30 Min.etwa 20 Min., bis 10 Min. länger
Sachsen17meist 30 Min.meist 30 Min.
Sachsen-Anhalt18, 1920 Min., mit Experiment bis 40meist 20 Min.
Schleswig-Holstein2030 Min.meist 20 Min.
Thüringen2120 Min., wenn nötig bis 40meist 20 Min., höchstens 30

Wenn du eine Präsentationsprüfung machst

In fünf Bundesländern gibt es eine Präsentationsprüfung. Deine Aufgabe oder dein Thema kennst du schon Wochen vorher, und meist gibst du vorab eine schriftliche Dokumentation ab. In der Prüfung präsentierst du und sprichst danach mit den Prüfern darüber.

BundeslandAufgabeDauer
Berlin22, 23eigener Themenvorschlag, von der Schule genehmigtmeist 30 Min., erst Präsentation, dann Gespräch
Hamburg72 Wochen vorher10 Min. Vortrag, 20 Min. Gespräch
Hessen24, 9meist vor den Osterferien, mindestens 4 Unterrichtswochen Zeitmeist 30 Min.
Niedersachsen122 Wochen vorher, Thema vorschlagen möglich30 bis 45 Min., etwa halb Vortrag, halb Gespräch
Schleswig-Holstein204 Schulwochen vorherhöchstens 10 Min. Vortrag, mindestens 20 Min. Gespräch

Deine Präsentation übst du wie den Vortrag in den Schritten unten, nur dass dein Thema schon feststeht. Fürs Gespräch lässt du dich genauso ausfragen. In Berlin kann die Präsentationsprüfung schon vor deinen Abiklausuren liegen; wann genau, gibt deine Schule bekannt.22

Mündliches Abitur vorbereiten: erst die Themen

  1. Schreib eine Themenliste für dein mündliches Fach. Frag deine Lehrkraft, aus welchen Halbjahren und Themen die Aufgabe kommen kann, denn sie muss mehr als ein Halbjahr abdecken.1 Dann geh Mitschriften, Hefter und Klausuren dieser Halbjahre durch und schreib für jedes große Thema eine Zeile. Das ist die Liste, aus der du ab jetzt übst.
  2. Mach zu jedem großen Thema einen Themenzettel. In die erste Zeile schreibst du die Frage, um die sich das Thema dreht. Darunter kommen drei Kernpunkte, ein Beispiel und eine Verbindung zu einem anderen Halbjahr. Für Begriffe, Namen und Daten, die du genau sagen musst, schreibst du zu jedem Kernpunkt zwei oder drei Karteikarten. Mit Themenzetteln und Karten lernst du den Stoff fürs Mündliche. Hast du zwei mündliche Fächer, machst du Liste und Themenzettel für beide und übst die Themen abwechselnd.

Laut üben, bis es sitzt

  1. Üb die Vorbereitung so, wie sie am Prüfungstag abläuft. Stell einen Timer auf die Vorbereitungszeit deines Bundeslandes. Zieh per Zufall ein Thema aus deiner Liste oder nimm eine Aufgabe aus dem Schulbuch oder von deiner Lehrkraft. Auf ein Blatt kommen nur Stichpunkte: Einstieg, drei Punkte, ein Beispiel, Schluss. Wenn der Timer klingelt, hast du einen Stichwortzettel wie am Prüfungstag.
  2. Halte deinen Vortrag laut und auf Zeit, und nimm ihn mit dem Handy auf. Wie lang er sein soll, sagt dir deine Lehrkraft. Hör dir die Aufnahme einmal an und notier eine Sache, die du in der nächsten Runde änderst. Wer frei erklärt, ohne auf den Themenzettel zu schauen, fragt sich selbst ab, und das wirkt: In einer Studie wussten Studierende, die sich selbst abgefragt hatten, eine Woche später deutlich mehr als die, die den Stoff nur noch einmal gelesen hatten.25
  3. Lass dich ausfragen. Gib jemandem aus deiner Familie oder deinem Kurs deine Themenzettel und lass dich nach dem Vortrag löchern: „Warum?“, „Was wäre, wenn …?“ und „Was hat das mit dem anderen Halbjahr zu tun?“ Ist gerade niemand da, fragt dich Max, der KI-Tutor von Studyflash, mündlich aus. Was du nicht beantworten kannst, schreibst du auf den passenden Themenzettel.
  4. Üb jede Woche, schon während du für die Klausuren lernst. Bis vier Wochen vor deiner ersten Abiklausur erklärst du einmal pro Woche ein Thema frei, nur mit ein paar Stichpunkten vor dir. Ab dann läuft jede Runde auf Zeit: Thema vorbereiten, Vortrag halten, Nachfragen beantworten. Nach deiner letzten Abiklausur übst du so zwei- bis dreimal pro Woche, bis das Mündliche dran ist. Wie das in deine Wochen passt, zeigt der Abitur-Lernplan.

In der Prüfung selbst

  1. Lies die Aufgabe in der Vorbereitungszeit zweimal und markier, was sie von dir will. Das erkennst du am Verb, etwa nennen, erläutern oder beurteilen. Dann schreibst du einen Stichwortzettel wie beim Üben: nur Stichpunkte, keine ganzen Sätze.
  2. Sag am Anfang deines Vortrags, worüber du in welcher Reihenfolge sprichst. Dann erklärst du frei und schaust die Prüfer an. Wenn die Prüfer wissen, was kommt, können sie dir folgen, und du findest selbst leichter zurück, falls du hängen bleibst.
  3. Wenn du im Gespräch etwas nicht weißt, sag es. Mach dann mit dem weiter, was du weißt, und zeig, wie es mit deinem Thema zusammenhängt. Hast du einen Blackout, atme kurz durch und fang bei dem Beispiel neu an, das du dir in der Vorbereitung notiert hast. Wer sich beim Lernen selbst abgefragt hatte, wusste in einer Studie unter Stress genauso viel wie ohne; wer den Stoff nur noch einmal gelernt hatte, wusste unter Stress weniger.26

Die mündliche Prüfung mit Studyflash üben

In Studyflash übst du das Mündliche, indem du laut mit Max sprichst. Leg dafür einen Kurs für dein mündliches Fach an und lade deine Mitschriften und Arbeitsblätter hoch, auch als Fotos. Dann erklärst du Max ein Thema, und er stellt dir wie ein Prüfer Nachfragen zu deinem Material.

Aus denselben Unterlagen macht Studyflash Karteikarten und eine Zusammenfassung, mit der du deine Themenzettel schreibst. Wann eine Karte wieder drankommt, hängt davon ab, wie gut du sie kannst.

Häufige Fragen

20 bis 30 Minuten, je nach Bundesland. Davor bekommst du deine Aufgabe schriftlich und darfst dir in der Vorbereitung Notizen machen.1 Auch die Vorbereitung dauert 20 bis 30 Minuten, und wer ein Experiment macht, bekommt in einigen Bundesländern mehr Zeit.

In der Vorbereitungszeit darfst du dir in jedem Bundesland Notizen machen.1 In den meisten Bundesländern sind sie dann die Grundlage für deinen Vortrag. Ob du sie in der Prüfung vor dir haben darfst, sagt dir deine Lehrkraft. Schreib nur Stichpunkte, keine ganzen Sätze, damit du frei sprichst, statt abzulesen.

Ja, wenn das Mündliche besser läuft als deine Klausur. Mündliche Nachprüfung heißt hier: eine zusätzliche mündliche Prüfung in einem Fach, in dem du eine Abiklausur geschrieben hast. Bei einer Nachprüfung zählt die Klausur doppelt und das Mündliche einfach, also (2 × Klausur + Mündliches) ÷ 3, ohne zu runden.1 Mit 6 Punkten in der Klausur und 12 im Mündlichen kommst du auf 8 Punkte. Läuft das Mündliche schlechter als die Klausur, sinkt dein Ergebnis. Ob du dich selbst dafür melden kannst und bis wann, sagt dir deine Schule.

Ja: Mit Max, dem KI-Tutor von Studyflash, übst du laut im Gespräch. Er kennt die Mitschriften und Arbeitsblätter, die du hochlädst, und stellt dir nach deinem Vortrag Fragen wie ein Prüfer. Begriffe, Namen und Daten lernst du mit Karteikarten, die Studyflash aus denselben Unterlagen macht.

Quellen

  1. Kultusministerkonferenz: Vereinbarung zur Gestaltung der gymnasialen Oberstufe und der Abiturprüfung (geprüft am 13.10.2026) ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6
  2. Kultusministerium Baden-Württemberg: Leitfaden für die gymnasiale Oberstufe, Abitur 2027 (geprüft am 13.10.2026) ↩
  3. Bayern.Recht: Gymnasialschulordnung (GSO) (geprüft am 13.10.2026) ↩
  4. Abgeordnetenhaus Berlin: Verordnung über die gymnasiale Oberstufe (geprüft am 13.10.2026) ↩
  5. Land Brandenburg: Verwaltungsvorschriften zur Gymnasiale-Oberstufe-Verordnung (geprüft am 13.10.2026) ↩
  6. Freie Hansestadt Bremen: Verordnung über die Abiturprüfung im Lande Bremen (geprüft am 13.10.2026) ↩
  7. Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung Hamburg: Ausbildungs- und Prüfungsordnung zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife (geprüft am 13.10.2026) ↩ ↩2
  8. Land Hessen: Oberstufen- und Abiturverordnung, § 35 (geprüft am 13.10.2026) ↩
  9. Land Hessen: Oberstufen- und Abiturverordnung, § 25 (geprüft am 13.10.2026) ↩ ↩2
  10. Landesrecht Mecklenburg-Vorpommern: Abiturprüfungsverordnung, § 38 (geprüft am 13.10.2026) ↩
  11. Bildungsserver Mecklenburg-Vorpommern: Abiturprüfungsverordnung, Lesefassung (geprüft am 13.10.2026) ↩
  12. Niedersachsen: Ergänzende Bestimmungen zur Verordnung über die gymnasiale Oberstufe (geprüft am 13.10.2026) ↩ ↩2
  13. Ministerium für Schule und Bildung NRW: Zentralabitur in der gymnasialen Oberstufe (geprüft am 13.10.2026) ↩
  14. Mainzer Studienstufe Rheinland-Pfalz: Rundschreiben zur Abiturprüfungsordnung 2026 (geprüft am 13.10.2026) ↩
  15. Landesrecht Rheinland-Pfalz: Abiturprüfungsordnung, § 23 (geprüft am 13.10.2026) ↩
  16. Saarland: Verordnung über die gymnasiale Oberstufe und die Abiturprüfung (geprüft am 13.10.2026) ↩
  17. REVOSax: Schulordnung Gymnasien Abiturprüfung (geprüft am 13.10.2026) ↩
  18. Landesrecht Sachsen-Anhalt: Vorbereitung und Durchführung der Abiturprüfung (geprüft am 13.10.2026) ↩
  19. Landesrecht Sachsen-Anhalt: Oberstufenverordnung (geprüft am 13.10.2026) ↩
  20. Landesrecht Schleswig-Holstein: Oberstufen- und Abiturprüfungsverordnung (geprüft am 13.10.2026) ↩ ↩2
  21. Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur: Thüringer Schulordnung (geprüft am 13.10.2026) ↩
  22. Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin: AV Prüfungen (geprüft am 13.10.2026) ↩ ↩2
  23. Abgeordnetenhaus Berlin: Änderung der Verordnung über die gymnasiale Oberstufe vom 31.07.2026 (geprüft am 13.10.2026) ↩
  24. Land Hessen: Oberstufen- und Abiturverordnung, § 22 (geprüft am 13.10.2026) ↩
  25. Roediger & Karpicke: Test-enhanced learning, Psychological Science 2006 ↩
  26. Smith, Floerke & Thomas: Retrieval practice protects memory against acute stress, Science 2016 ↩

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